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Welche Niveaustufen gibt es? Was ist der „Referenzrahmen“?

In der Sprachwissenschaft klassifiziert man die Fähigkeit, eine Sprache zu beherrschen nach Niveaustufen von „A1“ bis „C2“. Welche Fähigkeiten der Sprachbeherrschung sich hinter den verschiedenen Niveaustufen verbergen ist europaweit im sogenannten „Europäischen Referenzrahmen“ geregelt.

Die Buchstaben und Zahlen stehen für die 6 Kompetenzstufen – von A1 bis C2 – und definieren, was der Sprachlernende auf der jeweiligen Stufe kann oder können sollte. Sie beschreiben die Fähigkeiten in 4 Fertigkeiten der Sprachanwendung: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Diese Stufen machen nicht nur den Spracherwerb vergleichbar sondern auch die Selbsteinschätzung der Sprachlernenden möglich. Außerdem dienen sie als Grundlage für die Entwicklung von Lehrbüchern, Prüfungen, Sprachtests und Lehrplänen.

Der Buchstabe A

steht für elementare Sprachverwendung.

Der Buchstabe B

steht für selbstständige Sprachverwendung.

Der Buchstabe C

steht für kompetente Sprachverwendung.

Die Zahlen – 1 oder 2 – hinter den Buchstaben definieren wiederum das Können des Sprachlernenden innerhalb einer Stufe.

Im Folgenden finden Sie eine kurze Beschreibung der einzelnen Stufen.

Die Niveaustufen gemäß Gemeinsamem Europäischen Referenzrahmen

leistungsstufen

 

 

Beschreibung der Niveaustufen

 Elementare Sprachverwendung

A1

Hören: Kann vertraute Wörter und ganz einfache Sätze verstehen, vorausgesetzt es wird langsam und deutlich gesprochen. Lesen: Kann einzelne vertraute Namen, Wörter und ganz einfache Sätze verstehen, z.B. auf Schildern, Plakaten oder in Katalogen. Sprechen: Kann sich auf einfache Art verständigen. Kann einfache Sätze gebrauchen, um z.B. bekannte Personen und Orte zu beschrieben.. Schreiben: Kann kurze, einfache Texte –  z.B. Feriengrüße – schreiben.

A2

Hören: Kann sehr einfache Informationen verstehen. Versteht das Wesentliche von kurzen, klaren und einfachen Mitteilungen und Durchsagen. Lesen: Kann in einfachen Texten (Prospekten, Speisekarten, Fahrplänen etc.) konkrete Informationen auffinden und einfache persönliche Briefe verstehen. Sprechen: Kann sich in einfachen routinemäßigen Situationen verständigen. Kann mit einer Reihe von Sätzen sein persönliches und berufliches Umfeld beschreiben. Schreiben: Kann kurze, einfache Notizen und Mitteilungen schreiben. Kann einen ganz einfachen persönlichen Brief schreiben, z.B. um sich für etwas zu bedanken.

 

Selbstständige Sprachverwendung

B1
Hören: Kann die Hauptinformationen verstehen, wenn es um Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. Kann TV-Sendungen verstehen, wenn deutlich gesprochen wird. Lesen: Kann Texte in Alltags- oder Berufssprache verstehen. Kann private Briefe verstehen, in denen von Ereignissen und Wünschen berichtet wird. Sprechen: Kann an Gesprächen über Familie, Hobbys, Arbeit, Reisen oder aktuelle Ereignisse teilnehmen. Schreiben: Kann einfache Texte über vertraute Themen schreiben. Kann in persönlichen Briefen von seinen Erfahrungen und Eindrücken berichten.

B2
Hören: Kann längeren Redebeiträgen und Vorträgen folgen und Nachrichtensendungen, Reportagen und Spielfilme verstehen. Lesen: Kann Artikel und Berichte lesen und dabei Standpunkte des Autors verstehen. Kann zeitgenössische literarische Prosatexte verstehen. Sprechen: Kann sich mit Muttersprachlern in Gespräch verständigen und sich aktiv an Diskussionen beteiligen. Schreiben: Kann in Berichten Informationen wiedergeben und Argumente darlegen.

 

Kompetente Sprachverwendung

C1
Hören: Kann längeren Redebeiträgen folgen und ohne große Mühe Fernsehsendungen und Spielfilme verstehen. Lesen: Kann lange, komplexe Texte der unterschiedlichsten Stilrichtungen verstehen. Kann Fachartikel und längere technische Anleitungen verstehen. Sprechen: Kann sich spontan, fließend und präzise ausdrücken. Kann komplexe Sachverhalte ausführlich darstellen und Redebeiträge angemessen abschließen. Schreiben: Kann in Briefen, Aufsätzen oder Berichten über komplexe Sachverhalte schreiben. Kann dabei den jeweils angemessenen Stil wählen.

C2
Hören: Kann Fachvorträge oder Präsentationen verstehen, die viele umgangssprachliche oder regional gefärbte Ausdrücke oder auch fremde Terminologie enthalten. Lesen: Kann abstrakte, inhaltlich und sprachlich komplexe Texte wie Handbücher, Fachartikel und literarische Werke verstehen. Sprechen: Kann einen Vortrag zu einem komplexen Thema halten und auch feine Bedeutungsnuancen ausdrücken. Schreiben: Kann Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenfassen und die Argumente und berichteten Sachverhalte so wiedergeben, dass eine kohärente Darstellung entsteht.

 

Bedeutung der Sprachniveaus in der Praxis

Der Europäische Referenzrahmen für deutsche Sprache dient als Grundlage für die Gestaltung von Unterrichtsplänen und Lehrwerken sowie für die Ausstellung von Sprachzertifikaten, die dem Nachweis von Sprachkenntnissen für Studium und Beruf dienen.

 

Sprachniveau und Lernaufwand

Die Anzahl der benötigten Lerneinheiten, um von einem Sprachniveau auf das nächst höhere zu gelangen variiert von Person zu Person. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass je Sprachniveau im Normalfall ca. 100 Unterrichtsstunden erforderlich sind.

 

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